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Blitze fotografieren Teil 2 , wie geht das ?

So ich habe ja im letzten Blog versprochen zu erklären wie ihre Blitze fotografiert. Hierbei werde ich es bei allen Tageszeiten außer im Hochsommer Mittags um 12.00 Uhr erklären. Um diese Uhrzeit gewittert es fast nie. Ich werde auf das Equipment eingehen und die Einstellungen die ich im letzten Blog schon geschrieben habe nochmals ergänzen. Die meisten Blitzfotos werden ab der blauen Stunde gemacht und es ist auch einfacher da Ihr selten oder fast nie Graufilter braucht. Mein Typisches Setup sieht folgender Maßen aus .

Kamera: Vollkommen egal welche Kamera, hauptsache Ihr könnt manuell Belichtungszeit, ISO, Blende einstellen und die Kamera hat einen BULB Modus. Gut wäre es wenn Ihr eine Kamera mit Spritzwasserschutz habt. Gewitter, Regen ist klar oder? Es gibt aber auch Regencaps und Hüllen für Kameras, sehr angenehm ist z.B. die Peak Design Shell.

Objektiv: Ich empfehle ein Weitwinkel Objektiv. Nicht weil es zwingend notwendig ist , es ist einfacher da Ihr einen großen Bereich abdeckt. So sind eure Chancen einfach viel höher, als bei einem anderen Objektiv. Da ihr mit einer mittleren Blende arbeitet ist die Lichtstärke nicht ganz so entscheidend. Ich selbst nutze eine Festbrennweite mit 25mm f2,0. Je mehr Weitwinkel um so höher sind eure Chancen einen Blitz zu erwischen. Auch hier solltet Ihr wieder drauf achten das es Spritzwasser geschützt ist oder halt einen Regenschutz drüber ziehen.

Stativ: Ein gutes Stativ ist Pflicht. Vollkommen egal von welchem Hersteller, hauptsache es steht sicher. Nicht so prickelnd sind zum Beispiel günstige Stative aus den Großmärkten, ich selbst habe die Erfahrung gemacht das Stative ab € 200,00 ewig halten. Fragt lieber nicht wie viele Stative ich schon kaputt gemacht  habe, weil ich Geld sparen wollte, sie mir einfach umgefallen sind und irgendwas abgebrochen ist.

Fernauslöser mit Bulb Funktion: Ist im Landschaftsbereich natürlich Pflicht. Der Fernauslöser ermöglicht euch die Kamera auszulösen ohne sie zu berühren dadurch vermeidet Ihr dass das Bild verwackelt. Hier war ich mit den original Herstellern immer sehr zufrieden. Aber auch Fremdhersteller mit Timer benutze ich sehr gerne da ich die volle Kontrolle über mein Bild behalten möchte und bei einigen die Zeiten vorab programmieren kann und bei den wirklich guten Timern sogar einprogrammieren kann wann die Kamera das nächste Bild machen soll.

Graufilter oder Neutral Dichte Filter:  Diese verlängern die Belichtungszeit bei Tage. Um einen Blitz zu fotografieren während es noch hell ist, benötigt Ihr zwingend einen Graufilter sonst ist es ein reines Glücksspiel. Treff ich den Blitz oder nicht. Hier gebe ich natürlich eine klare Kaufempfehlung aus. Der neutralste und für mich mit Abstand beste Graufilter sind Steckfilter der Marke Haida. Günstigere Einschraubfilter von Haida dürfen es natürlich auch sein. Bei diesen ist die Vignitierung deutlich höher als beim Steckfilter System.

Akku: Solltet Ihr recht viele dabei haben wenn Ihr mit einer Systemkamera fotografiert. Das lange Belichten zieht ganz schön am Akku. Bei Reflexkameras langt meist einfach ein zweiter Akku in Reserve. Ich habe für beide Systemkameras mittlerweile etliche Akkus.

Handtuch: Ich habe immer ein Microfaser Handtuch dabei um entweder Kamera oder mich selbst schnell abzutrocknen. Die sind meistens schön klein und passen in jede Fototasche oder Rucksack.

Zieht euch dem Wetter entsprechend an. Nichts ist nerviger als eine durchnässte Jacke oder Hose die Ihr auf dem Nachhauseweg auswringen könnt.

 

Und wie entsteht jetzt so ein Gewitter in kurzer Form

Ein Gewitter entsteht wenn kalte und warme Luftströme aufeinander treffen und aufsteigen. Die warme Luft in der Nähe des Boden füllt sich mit Wasser das aus Seen, Flüssen oder dem Wald verdunstet. Zu Beginn bilden sich sogenannten Quell- oder  Haufenwolken aus diesen entstehen dann Cumulonimbus Wolken, das sind dann die sogannten Gewitterwolke. Da in diesen Gewitterwolken die warme Luft nach oben strömt und die kalte Luft nach unten strömt entsteht zwischen den Luftmassen in der Gewitterwolke Reibung. Die im oberen Teil der Gewitterwolke befindlichen Eiskristalle laden sich positiv auf und die Wassertropfen im unteren Teil der Wolke laden sich negativ auf. Das Ganze geht soweit das in der Wolke irgendwann eine Spannung von mehreren Millionen Volt entstehen, ab etwa 170.000 Volt beginnen die ersten Blitze. Die sich zum positiv Geladenen Boden entladen. Es gibt natürlich auch Blitze die nicht in Richtung Boden schlagen doch würde das den Rahmen sprengen . Wenn Ihr es genau wissen wollt es gibt ein großartiges Buch von Bastian Werner “ Fotografieren mit Wind und Wetter “ erschienen im Rheinwerk Fotografie Verlag  darüber, das auch mir sehr geholfen hat.

Um einzuschätzen wann ein Gewitter kommt, helfen euch Webseiten. Wie zum Beispiel die Webseiten des Österreichischen oder Deutschen Wetterdienst, sehr hilfreiche ist auch die Webseite Blitzortung.org.

Sobald Ihr bemerkt das so langsam ein Gewitter beginnt , solltet Ihr euch positionieren, wählt am Anfang einen Standpunkt den Ihr schon kennt. Ich habe meinen Balkon genommen, der Vorteil ist natürlich das mein Balkon noch halbwegs trocken ist. Sonst müsst Ihr halt zusehen das die Kleidung stimmt.

Kurzer Absatz ( Disclaimer)

Solltet Ihr euch nicht auf euren Balkon stellen, beachtet bitte und lest euch Hinweise zu Gewittern sehr genau durch. Es ist nicht ganz ungefährlich sich in ein Gewitter zu stellen und damit meine ich nicht das Ihr vom Blitz getroffen werdet. Auch umfallende Bäume und durch den starken Wind rumfliegende Gegenstände können euch gefährlich werden.

Dann geht’s los Stativ aufstellen Kamera einrichten. Es ist wichtig dass das alles vor dem Gewitter passiert, die meisten Gewitter sind Abends oder Nachts und wer will schon im Dunklen bei Regen noch an der Kamera irgendwelche Einstellungen vornehmen.

Tipp: Die meisten Objektive lassen sich über den unendlich Punkt drehen als. Ich habe früher immer mit etwas Panzertape meine Objektive an der Unendlichkeitseinstellung festgeklebt. Damit war gleich alles richtig eingestellt.

Ich habe ja im letzten Blog ( erste Blog über Blitze )  schon die Einstellungen geschrieben. Muss aber noch ergänzen: am einfachsten ist es sobald Ihr Bulb als Belichtungszeit eingestellt habt. In der Bulbfunktion ist die Kontrolle einfach am Größten und was ich vergaß, bei Spiegelreflexkameras solltet Ihr die Spiegelvorauslösung verwenden. Sonst besteht die Gefahr dass das Bild verwackelt. Ich selbst stelle die Bilder manuell scharf, könnt Ihr aber halten wie Ihr wollt.
Solltet es noch so hell sein das Ihr noch keine Zeiten über 30 Sekunden erreicht, kommt der Graufilter zum Einsatz. Dieser kann gesteckt oder ins Objektiv gedreht werden. Ich bevorzuge die Filter zum Stecken, könnt Ihr aber selbst entscheiden. Mit einem ND 3.0 solltet ihr locker über die 30 Sekunden kommen, auch am Tag, da es bei einem Gewitter ja schon recht dunkel ist. Ich persönliche nutze noch einen Haida Clear Night Filter der die Luftverschmutzung aus dem Bild filtert. Mit dem Filter spare ich mir einige Zeit in der Nachbearbeitung.

Olympus macht Ihr eine Ausname die Olympus Kamera haben die Funktion Live Capture, im Live Capture wird das Bild für einen vorgegeben Zeitraum sagen wir 30 Sekunden belichtet, danach bleibt der Verschluss weiter offen und sobald eine neue Lichtquelle erscheint wird dieser Punkt belichtet. In der Theorie heißt das, das erst das Bild richtig belichtet wird und sollte es jetzt blitzen wird die Kamera nur die neu dazugekommen Lichtquelle also den Bereich auf dem Sensor auf den der Blitz ist, neu belichtet . So die Theorie. In der Praxis geht der Plan bisher noch nicht auf, ich glaube aber das ich einen Denkfehler habe und es bei den nächsten Versuchen klappen wird.

Wie Ihr seht ist die Belichtungszeit nicht immer gleich ,das heißt hier muss Ihr einfach probieren und euch langsam zur richtigen Belichtungszeit rantasten. Das ist jetzt nicht sehr genau, doch leider gibt es , wie bei vielem in der Fotografie , keine ultimativ richtige Aussage.

Ansonsten solltet es dann gewesen sein und Ihr könnt loslegen. Wenn Ihr Lust habt könnt Ihr eure Blitze mit meiner Facebook Seite oder meinem Instagram Account verlinken. Ich bin sehr gespannt was ihr so macht und wie Ihr es gemacht habt.

Eine schöne Woche und immer gut Licht

Euer Jens

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