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Fotografieren im Schnee  

 

Wir sind am Sonntag aufi aufn echten Berg. Ja wenn man, wie wir mitten in den Alpen lebt ist das recht einfach. Wir fahren so 20 Minuten und sind auf knapp 1600 Meter über Null. Genau diese Idee hatten wir die letzten 2 Sonntage. Also haben die Petra und ich den Philipp und den Leo eingepackt und sind aufi. Den oben auf den Bergen wird man zurzeit mit reichlich Schnee verwöhnt und damit auch verbunden mit herrlichen Ausblicken und Wahnsinns Motiven. Alles sieht unter einer Schneedecke anders aus. Ich liebe es im Wald durch frisch geschneiten Schnee zu laufen, das Knirschen und das die Schneeflocken leise zu Boden fallen empfinde ich als sehr beruhigend. Ich könnte stundenlang durch eine verschneite Winterlandschaft spazieren und mir würde es nicht langweilig werden. Noch besser ist nur, wenn ich meine Kamera dabei habe. Schneebilder (wieso macht Word eigentlich immer Schneeblind aus Schneebildern) sind wunderschön.

 

Am Abend davor habe ich meinen Kamerarucksack gepackt. Was Ihr im Winter nicht vergessen dürft ist ein zweiter Akku. Durch die Kälte kann der Akku in der Kamera schnell leer werden und den zweiten Akku solltet Ihr in die Hosentasche oder Jackeninnentasche stecken, möglichst nah am warmen Körper. Damit der zweite Akku sich nicht auch noch durch die Kälte entleert. Also nicht im Rucksack oder in der Kameratasche. Ich stecke meinen zweiten oder dritten Akku immer in die Innentasche meiner Jacke damit er warm bleibt. Und dann konnte es auch schon losgehen. Die Kamera Einstellungen wähle ich grundsätzlich erstmal Blende 8 und schaue wie ich damit hinkomme. Ja ich bin voll der Fan von einer mittleren Blende. Der Schnee ist ziemlich gemein zur automatischen Belichtung der Kamera. Da der helle Schnee der Kamera vorgaukelt das es viel heller ist als es eigentlich ist.

 

Fotografieren im Schnee

Leo im Schnee

Technischen gesehen braucht die Kamera 18 % Grau Anteil damit sie richtig belichtet. Da aber im Schnee nur wenige Farben außer weiß sind wird’s halt nichts mit den 18 % Grau Anteil, es sind nur für die, die es genau wissen wollen c.a. 9 % Grau Anteil also viel zuwenig für unsere Digitalkameras. Bei blauem Himmel oder vielen dunkelten Stellen dagegen ist es wieder egal.

Meist müsst Ihr an der Blendenkorrektur zwischen plus 1 und plus 3 Blenden verstellen bevor das Bild richtig belichtet ist. Bei Blauen Himmel ist das nicht so wichtig, aber durch den blauen Himmel wird das Bild in der Automatik ein wenig überbelichtet. Das liegt daran das der Erdboden der mit Schnee bedeckt ist heller ist als der Himmel.In diesem Fall müsst Ihr einfach die Blendenkorretur in die minus Richtung drehen oder einen Grauverlaufsfilter umdrehen so das die dunkle Seite unten ist. (Hier bitte nur Haida Filter verwenden 😆 ). Die Weißabgleich Einstellung ist sehr subjektiv finde ich, da ich denke die meisten Fotografieren im Raw könnt Ihr es später in der Bildbearbeitung einstellen, bei JPEGs müsst Ihr halt ein bißchen spielen wie es euch gefällt.

Blick ins Tal

 

Kleiner Tipp sollte eure Kamera eine Überbelichtungsanzeige haben dreht solange an der Blendenkorrektur bis die Überbelichtungsanzeige ( blinkis) blinkt dann dreht einfach ein kleines Stück zurück.

Das nur kurz zu den Einstellungen.

 

Angekommen auf dem Berg sind wir erst mal mit dem Philipp spazieren gegangen und haben einen Schneemann gebaut. Super lustig mit ihm er ist immer voll bei der Sache wenn es um Schneemann bauen geht. Auf dem Rückweg ging dann langsam die Sonne unter, endlich konnte ich fotografieren. Wie Ihr alle wisst geht im Winter die Sonne früher unter als im Sommer und damit verbunden hat man auch eine viel länger goldene Stunde, hört sich lustig an ist aber so. Die Goldene Stunde dauert im Winter zwei Stunden manchmal noch länger.Wobei es natürlich keine echte Goldene Stunde ist die Sonne steht ja von Natur aus im Winter viel tiefer am Horizont wie im Sommer. So konnte ich noch ein paar Sonnenuntergänge fotografieren. Meine Empfehlung ist an Sonnigen Tagen den Polfiter nicht vergessen der Schnee reflektiert das Sonnenlicht extrem dadurch wird der Himmel wieder sehr hell ein Pol Filter hilft hier natürlich ( wieder nur ein Haida Filter bitte ).

Flussufer, ein Pol-Filter wirkt bei Schnee Bildern oft Wunder

 

Beim Zweiten mal kamen wir direkt in einen, naja sagen wir mal kleinen Schneesturm. Alles weiß in grau und es hat ordentlich geschneit. Hier gilt warme Kleidung, besonders wichtig eine Haube / Mütze nennt es wie ihr wollt und Handschuhe ,V-Log Handschuhe. Mit kalten Finger macht das Kamera bedienen einfach keinen Spaß . Macht euch keine Sorgen über ein paar Schneeflocken, eure Kamera sollte das schon aushalten. Immer wieder höre ich das man beim Schnee keine Objektive wechseln soll. Habe ich auch immer gedacht. Bis ich den Deutschen Landschaftsfotografen Michael Martin, der Wüsten Fotograf,  der in Island in einem wilden Schneesturm einfach seine Objektive wechselte. Hier geht es zur Homepage von Michael Martin schaut mal rein, tolle Bilder.  Seit dem wechsele ich meine Objektive immer, auch während es schneit und ich hatte noch nie deswegen Probleme mit meiner Kamera. Was definitiv zu beachten ist sobald Ihr wieder ins Warme kommt, lasst der Kamera ein wenig Zeit so c.a. 30 Minuten bis sich sich akklimatisiert hat. Sonst entsteht Kondenswasser in der Kamera und eure Kamera hat einen Wasserschaden.

Gegenlicht nicht ohne Verlaufsfilter Filter , mein erster Test mit dem Haida GND Reverse Filter 0.9

 

Besonderst schön sind einsame schneebedeckte Bäume oder Baumreihen auf denen Neuschnee liegt. Die Bilder wirken fast schwarz weiß.  Bei Bildern direkt in den Schneesturm, bekommt der Betrachter das Gefühl das Bild ist gemalt. Solltet Ihr keine Lust auf Schneeflocken haben, belichtet einfach 1-2 Sekunden mit Stativ dann sollten die Schneeflocken nicht mehr zu sehen sein. Gerade an solchen Tagen lohnen sich Nahaufnahmen von Eiskristallen die auf bunten Beeren wie Hagebutte liegen. Die bekommen kleine Schnee Hauben was sehr schön aussieht.

 

Während es ordentlich schneite waren wir tatsächlich nur kurz unterwegs dem Philipp wurde es schnell zuviel Schnee der ihm ins Gesicht wehte und wir sind nach 10 Min wieder heimgefahren, so kann es auch manchmal gehen. Kind wird 10 Minuten zuhause angezogen , 20 Minuten mit dem Auto fahren und nochmal 10 Minuten im Auto den Skianzug anziehen kurz raus und dann wollte er auch schon wieder zurück. Wer Kinder hat kennt das.

Fotografieren im während des Schneetreibens

Motive Tips:

Die meisten Motive die im Sommer cool sind sind im Winter auch super zu fotografieren. Dazu kommt ich stehe persönlich auf Bilder im Winter in der blauen Stunde. Ich nehme mir eigentlich jedes Jahr vor Mariazell während des Weihnachtsmarktes in der blauen Stunde zu fotografieren, hat aber bisher noch nicht geklappt. Solltet Ihr einen bedeckten Himmel haben könnt Ihr euch ruhig an ein paar Portraits probieren, wenn Ihr wollt. Der Schnee reflektiert das Licht nach oben und die Wolken am Himmel bilden eine riesige Softbox. Solltet ihr Portraits in den Sonnen Stunden machen vergesst einen Blitz und eine Tragbare Softbox nicht , damit die Gesichter zu dem sehr hellen Rest der Landschaft passen .

 

Kurze Tipp Liste

  • Ersatz Akkus am Körper tragen
  • Warm Anziehen
  • Belichtung anpassen / Grauverlaufsfilter helfen hier ungemein und machen es einem viel leichter
  • macht auch mal eine Nahaufnahme
  • Wenn Ihr mit Lightroom oder einem Bildbearbeitungsprogramm arbeitet nutzt RAW um den Weißabgleich im Nachhinein zu bearbeiten
  • Länger als 1 Sekunde belichten und ihr seht keine Schneeflocken mehr
  • Pol-Filter nicht vergessen
  • Kamera eine halbe Stunde einfach liegen lassen nachdem ihr wieder zuhause seit damit sich kein Kondenswasser bildet

 

 

Ich hoffe ich konnte euch ein paar Tipps mitgeben. Ich kann euch nur Tipps geben wie ihr Sie umsetzt ist eure Sache IHR SEIT DER KÜNSTLER ODER DIE kÜNSTLERIN:

 

Ich wünsche euch eine schöne Woche und viel Spaß im Schnee

 

Euer

Jens

Panorama über Leoben

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