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Landschaftsfotografie, ich werde langsam alt

 

Mir ist heiß es sind so 25 Grad und das auf 2400 Meter Höhe. Ich sitze seit 5 Stunden im Sattel meines Rennrads und habe schon 2 Berge hinter mir. Jeder Tritt in die Pedale schmerzt in meinen Waden und meinen Oberschenkel. Mein Rücken tut mir weh und ich schmecke Eisen auf meiner Zunge. Ich nehme schnell einen Schluck aus meinem Bidon, irgendwie muss ich den Geschmack auf der Zunge loswerden und schmeiße die Flasche in den Straßengraben. Irgendein Radsport verrückter Franzose wird sie schon aufheben.

Ich schaue in die Gesichter der anderen fünf Fahrer die mit mir in der Gruppe fahren, hinauf zum Col´d Izoard ein mörderischer 2400m hoher Alpen Pass. Immer wieder schießt mir durch den Kopf „ Wie kann man nur so hohe Straßen bauen“ Alle sind am Anschlag ich versuche nochmal zu beschleunigen aus fünf mach drei Fahrer. Zu dritt geht’s weiter immer Richtung Gipfel oder wie der Franzose sagt Sommet.  Ich habe ein Summen im Ohr, Nein es ist mein Sportlicher Leiter der ohne Unterlass “ Alleè Alleè “ in mein Ohr schreit. Hätte ich noch irgendein Wort aus meinem mittlerweile ausgetrocknetem Mund raus bekommen, hätte ich ihm sein Alleè an eine Stelle geschoben die niemals die Sonne sieht. Ich sehe das Schild noch 1 km zum Gipfel , ich könnte Kotzen sind die Berge hier wirklich so lange und wie lange kann 1 km sein. Ich schwöre euch sehr lange. Der Fahrer hinter mir greift an „ Nicht Dein Ernst“ schießt es mir durch den Kopf und ich würde ihm am liebsten eine überbraten, wenn ich noch die Kraft hätte meine Hände vom Lenker zu nehmen. Ich nehme noch mal alle meine Kraft zusammen ist ja nur noch 1 km und folge, der 3. im Bunde schüttelt seinen Kopf und zieht wie ein Irrer an seinem Lenker, aber die Attacke war so gesetzt das er förmlich hinter mir explodiert, wir sind nur noch zu zweit. Der Kilometer zieht sich, Kaugummi ist nichts dagegen. Wir schauen uns kurz an und treffen ein stillschweigendes Abkommen. Wir fahren zusammen über den Berg und runter nach Gap. Am Gipfel habe wir laut dem lustige Typ auf seinem Motorroller 2 Minuten Vorsprung auf unsere ersten Verfolger. „Das müsste langen bis unten „ Rechne ich schnell durch und wie zwei Wahnsinnige stürzen wir uns in die Abfahrt.

Das ganze geschah im Juni 1996 zwei Wochen später war meine Radsport Karriere vorbei bevor sie begonnen hatte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Vor zwei Jahren war ich wieder beim Orthopäden und der sagte mir, 16 Jahre nachdem ich das letze mal auf einem Rennrad saß, ich soll Radfahren um meine Beinmuskulatur mal richtig zu beanspruchen und wieder aufzubauen. Ich ignorierte Ihn ,klar würde ich mich gerne mal wieder auf ein Rennrad setzten , ich war zwar motiviert ,aber ich wusste genau die Angst wieder zu fallen würde jedesmal mitfahren und so schob ich das ganze vor mich her.

Bis vor 2 Wochen am Sonntag. Ich wollte ein paar Landschaftsaufnahmen machen, dafür musste ich aber einen Berg besteigen. Dieser Berg, na gut nennen wir ihn kleinen Berg, ok ok Hügel, war vor 4 Jahren noch kein Problem, doch an diesem Sonntag dachte ich wieder an diesen Tag in Gap im Süden Frankreichs, ich fühlte mich genauso. Es musste was passieren. So kann es nicht weiter gehen. Dazu kamen noch Bilder von unserem Aufenthalt im Schwimmbad. Man ich bin fett, Kondition und nicht mehr passen einfach nicht mehr zusammen. Was also tun,sprach Zeus. Gut ich könnte laufen, aber laufen war noch nie mein Ding. In so einem Fitnesscenter wie sie an jeder Ecke gerade entstehen könnte ich mich natürlich anmelden und mich auf einem der Fitnessgeräte in Schwung bringen ,am besten noch von einem Typen eingewiesen werden der in einem Wochenende Seminar schnell seinen Assistent Fitnesstrainier gemacht hat. Da hätte ich richtig Lust drauf, oder ne lieber nicht. Also dann doch wieder Radfahren. Soweit so gut.

Ich bezeichne mich ja ganz gern als Landschaftsknipser, dazu sollte ich ein bisschen Kondition mitbringen. Auf den Berg rauf geht halt nicht ohne die nötige Kondition und dazu muss ich noch mein ganzen Fotokram tragen. Wenn er auch mit der Sony oder der Olympus, je nachdem welche Kamera ich mitnehme leichter geworden ist, als zu meinen Nikon Zeiten, schleppe ich immer noch ganz schön Gewicht mit mir rum. Das sollte mir helfen auch ein paar tolle Aufnahmen mehr zumachen und nicht wie an diesem Sonntag auf einem kleinen Hügel fast zu sterben , weil ich einfach in den letzten Jahren zu faul war. Natürlich spielt auch die die Geburt von Philipp eine Rolle, mit einem kleinen Mann der den Kinderwagen hasst ist es natürlich unmöglich stramm auf einen Berg hoch zu laufen, kleine Spaziergänge waren drin und ab und an mal eine kleine Fototour. Aber im Prinzip brauchen wir für einen Spaziergang der normal 20 Minuten dauert etwa 2 Stunden es liegen schließlich Steine, Tannenzapfen und was weiß ich noch auf dem Boden rum, oder wir schauen  10 Min gespannt zu wie eine Hummel ein Erdloch sucht um der Hummel danach aus Steinen und Tannenzapfen ein Haus zu bauen. Versteht mich nicht falsch das ist alles lustig aber es hat wenig mit irgendeiner sportlichen Betätigung zu tun. Also solltet Ihr mich jetzt auf irgendeinen wirklich hohe Berg scheuchen wollen, werde ich mich wahrscheinlich so auf halber Strecke hinsetzen, warten bis ich wieder atmen kann und wieder runtergehen. Gesund kann das nicht sein.

Ich habe in den letzten Wochen ein bisschen mit mir gehadert was ich machen soll, ein Rennrad ist ja nicht gerade billig, ja es gibt billige Rennräder die sind qualitativ noch unter Hama Stativen ( ups jetzt habe ich es gesagt).
Nach ein paar Internet Recherchen und einem Anruf, bei einem Freund später, bestellte ich ein Merida Rennrad. Er hat mir zwar ein Pinarelllo empfohlen, ok muss er auch sein Team fährt mit Pinarello, aber ehrlich ich will keine Rennen fahren ich will ein paar Kilo von den Hüften runter bekommen und meine Ausdauer wenigstens wieder auf ein normales Level anheben. Dafür hat er mir aber versprochen einen Trainingsplan und einen Ernährungsplan zu erstellen, ich bin sehr gespannt was dabei rauskommt. Ich will ja keinen Klassiker auf Profi Niveau gewinnen oder die Tour de France fahren, könnte ich auch nicht mehr dazu bin ich zu alt. Soweit so gut am Mittwoch kam mein Rennrad und ich fahre jetzt seit ein paar Tagen im unteren Bereich ohne mich groß anzustrengen. Ich bin sehr gespannt wie die nächsten Fototouren laufen und ob ich den Berg, ne den kleinen Berg, in ein paar Wochen wieder besteigen kann ohne das Gefühl zu haben, das meine Beine und meine Lunge Ihre Arbeit einstellen.

Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht und welchen Sport betreibt Ihr ?

 

Sportliche Grüße und immer gut Licht

Euer Jens

 

 

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1 Kommentar

  1. Christian Hoflehner 9. August 2017

    Ja es stimmt schon, man ist draußen und sieht vor lauter Keuchen und Schnaufen die schöne Landschaft nicht. Da hilft etwas an körperliche Fitness um sich auf andere Dinge konzentrieren zu können als die müden Beide oder die schwere Atmung.

    Radfahren ist ein schöner Sport, weil man auch weiter weg kommt und eine kleine Kamera kann man ja trotzdem mitnehmen! 😉

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